Maladie 2020: Benin im Kampf gegen Covid-19

30. März: Landesweite Corona Notverordnung

Mobilität & Reiseverkehr

Sonderregelungen für den Lang- & Kurzstreckenverkehr

Personen-Abstand

1 bis 2 Meter Personenabstand für Shops und Märkte

Schulen & Universitäten

Ab 30. März schul- und vorlesungsfrei für zunächst zwei Wochen

Hygiene-Empfehlung

Hände gründlich waschen oder Desinfektionsmittel verwenden

Bild carabito, Matthias Hoelkeskamp, Darstellung zukünftiger Betroffenheit von Krankheitserregern

„ Covid-19 ist wahrscheinlich nicht die letzte Pandemie dieser Art. Es ist ein Warnschuss, unsere Systeme neu zu überdenken.“

Covid 19 ist ein Virus. Sein Maßstab: Ungefähr ein Hundertstel eines Bakteriums. So etwas Kleines lässt sich nur unter dem Elektronenmikroskop betrachten. Und noch eine weitere Besonderheit macht Covid & Co einzigartig: Bei Viren handelt es sich um in eine Eiweißhülle verpacktes Erbmaterial ohne eigene Zell-Organellen und Lebensfunktionen. Zu seiner Verbreitung muss das Virus in eine Körper- oder Bakterienzelle eindringen und diese zur Verfielfältigung des viralen Bauplans zwingen.

Das ganze lässt sich mit agressiver Schadsoftware vergleichen – ohne Einschleusung und feindliche Übernahme des Rechners hat das Virus nichts zu melden. Die beste Lösung besteht also darin, das Problem erst gar nicht erst entstehen und das Virus nicht in den PC bzw. Körper hinein zu lassen. Sich also nicht anzustecken. Die zweitbeste Lösung stellen eine effektive körpereigene Immunabwehr oder eine vergleichbar funktionierende Impfung dar.

Immunabwehr und Impfung sind eine tolle Lösung beim Virenkontakt. Aber eben nur, wenn die Immunantwort adäquat und ein Impfstoff vorhanden ist. Weil sich Viren genetisch relativ instabil verhalten, kommt es bei ihrer Vervielfältigung immer wieder zu geringfügigen Abweichungen. Diese Mutationen stellen die körpereigene Immunabwehr und die Impfstoffindustrie vor immer neue Herausforderungen – wer mit dem viralen Innovationstempo nicht schritthalten kann, bleibt immunologisch auf der Strecke.

Der Blick in die Geschichte bietet dafür reichlich Anschauungsmaterial – von der Anfang des letzten Jahrhunderts grassierenden Spanischen Grippe mit geschätzt 20 Millionen Opfern, bis hin zur Kolonialgeschichte. Im Verlauf der kolonialen Expansion Europas kamen eine Vielzahl von Völkern ebenso unvorhergesehen wie gezwungenermaßen in Kontakt mit der für sie neuartigen europäsichen Erregerlandschaft.

Die eingeschleppten Invasoren-Erreger – Influenza- und Rotaviren – haben seinerzeit ganze Völker in die Knie gezwungen oder bis auf den sprichwörtlichen letzten Mohikaner ausgerottet. Für die über Generationen von Vorfahren kleinschrittig angepassten Spanier, Engländer und Franzosen war seine Grippe ein unwillkommenes Intermezzo, für die Feuerlandindianer eine todbringende Krankheit. Ohne den Krankheitsvorsprung der europäischen Invasoren wäre die weltweite Eroberungswelle der Bleichgesichter möglicherweise völlig anders verlaufen.

Dank weltweiter Mobilität, Warenaustausch und mangelndem Respekt vor Natur und Umwelt werden die Erregerkarten jetzt völlig neu gemischt. Der Immun-Vorsprung der Europäer ist durch die Überlebenden anderer Weltregionen längst aufgeholt, und die Pandemieszenarien müssen neu gedacht werden.

„Es gibt eine riesige Zahl von Viren in der Tierwelt, die sich noch nicht auf Menschen übertragen haben, die dies aber potenziell tun könnten“

– so der US-Mediziner Robert Webster vom St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis, Tennessee.

In diesem Zusammenhang sei auch an die von schwammartiger Hirndegeneration begleitete Mad-Cow-Desease der 1990er Jahre erinnert: Der ursprünglich unter der Bezeichnung Scrapies nur bei Schafen und Ziegen auftretenden Erkrankung war die Beimengung Prionen-verseuchter Schafskadaver in Milchvieh-Kraftfutter vorausgegangen. Mittels Hamburger und Sonntagsbraten hatte die Hammel-Seuche schließlich die Artengrenze überwunden und auch Menschen infiziert. Beim Menschen löst BSE eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit aus.

Der um sich greifende Verzehr exotischer Wildtiere, von Hunden, Katzen und sonstigen Ekel-„Delikatessen“ sowie die Durchseuchung der Umwelt und Nahrungsmittelerzeugung mit Medikamenten und dagegen immunen Krankheitserregern bringen risikoreiche Gefahrenlagen mit sich. Es gibt niemanden, der die resultierenden Quereffekte und zukünftigen Erregertypen wirklich einschätzen oder voraussagen könnte. Nur eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Einfach weitermachen wie bisher, wird nicht gehen.

Lies den Blog und erfahre, wie sich Covid-19 für einen Deutschen in Bénin anfühlt!

Die deutsche Sicht auf das Corona-Geschehen im in Westafrika gelegenen Bénin. Einen vollen Monat tägliche Corona-Einträge. Danach sporadische, ereignisbezogene Fortführung des Tagebuchs.

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