Abstand!

Ein ausreichend großer Abstand soll dem Corona-Virus die Übertragung von einer auf die andere Person erschweren. Der Corona-Virus wird über Schleim- und Speichel-Tröpfchen verbreitet. In Expertenkreisen stehen auch gasförmige Aerosole unter Verdacht. Weil sie länger als Tröpfchen in der Luft schweben, könnten Aerosole Marktbesucher, Veranstaltungsteilnehmer usw. trotz Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln mit Covid-19 anstecken.

Husten. Niesen. Anfassen

Die von Corona-Infizierten mit der Atemluft abgegebenen Tröpfchen oder Aerosole haben auch vor Ausbruch der Krankheit bereits Covid-19 Viren im Gepäck. Speziell beim Husten und Niesen überwinden die Krankheitserreger vergleichsweise große Distanzen. Jeder Erkrankte hinterlässt so eine unsichtbare Viren-Spur überall, wo sich sein infektiöser Atemnebel auf Flächen abgesetzt und wo er angefasst hat.

Menschenansammlungen meiden

Konsequentes Abstandhalten gegenüber nicht zum Haushalt gehörigen Personen ist somit die wichtigste Maßnahme gegen die Ausbreitung des Pandemie-Virus. Weil es zur Ansteckung führen kann, ist Schluss mit Händeschütteln, überflüssigen Shopping-Touren und Plaudereien mit dem Nachbarn. Märkte und sonstige menschenfrequentierte Plätze sollten ebenfalls nur mit Vorsicht betreten werden. Oder besser: Man sucht sie gar nicht erst auf. Wegen irgendwelcher Kleinigkeiten sollte zur Zeit auch keiner mehr zum Arzt gehen. Die Wartezimmer von Arztpraxen und Kliniken sind schon zu normalen Zeiten Räume mit hoher Erregerdichte. wegen Corona werden sie zur Gefahrenzone.

Ansteckungsort Straßenhandel

Was für menschenüberfüllte Märkte gilt, trifft auch für den entlang der Fahrbahn stattfindenden Straßenhandel zu. Auf den mehrspurigen innerstädtischen Boulevards gibt es eigentlich alles zu kaufen. Die Straßenverkäufer laufen mit Kleinmobiliar, technischen Schnickschnack, Lebensmitteln und selbst lebenden Tieren die Autokolonnen entlang. Die Straße ist so die beninische Komfort-Alternative zum E-Commerce. Weil der Geld- und Warenaustausch unter engsten Bedingungen durch das Fahrer- oder Beifahrerfenster stattfindet, bietet der Straßenhandel ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ansteckung.

Straßenbuckel als Ansteckungs-Hotspots

Wer auf Überlandstrecken unterwegs ist, deckt sich dort mit lokal typischen Erzeugnissen ein. Es gibt unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten, Käse, Gari, Tapioka und was das Herz sonst begehrt. Hotspots sind die an den Ortsein- und Ausgängen und vor Zahlstationen platzierten Straßenbuckel. Die Straßenbuckel sollen verhindern, dass Busse, PKWs und LKWs mit überhöhter Geschwindigkeit durch Ortschaften oder Absperrungen rasen.

Covid-19 auf der Durchreise

Im Ergebnis funktionieren die Straßenbuckel als Sammelpunkte für den Straßenverkauf. Sobald ein Auto anhält, stürzen sich von allen Seiten Straßenverkäuferinnen auf das Fahrzeug. Die Mädchen und Frauen strecken einem Zuckerrohr, Bananenchips und getrockneten Fisch entgegen. Weil es so viele sind, sind aufdringliche Szenen unvermeidlich. Wer keinen Platz in der vorderen Reihe gefunden hat, versucht seinen Nachteil durch Lautstärke und Drängelei wettzumachen. Im Eifer des Gefechts kommt es dann zu unzähligen körperlichen Kontakten. Ware und Geld gehen von Hand zu Hand. Am und im Auto wimmelt es danach folglich von Fingerabdrücken und sonstigen Spuren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Erreger die dörflichen Gemeinden so quasi auf Durchreise erreicht, ist relativ groß.

Corona auf der Speisekarte?

Abstand halten heißt es aber auch für das stationäre Geschäft von Handel und Dienstleistung. Für Restaurants ist ein Mindesabstand von einem Meter vorgeschrieben. Analog müssen auch die Kunden von z. B. Supermärkten oder Banken einen Mindestabstand von einem Meter zueinander einhalten.

Ein großes Problem haben Anbieter von Dienstleistungen am Menschen. Friseur- und Pedikürläden, Masseure usw. kommen ihren Kunden beim Service zwangsläufig nahe. Das ist quasi unvermeidlich. Ihr Geschäft lässt sich ohne vergleichsweise intensiven Körperkontakt kaum ausüben.