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Covid-19 Diary

Mittwoch 1. April

Obwohl meine in Deutschland lebenden Kinder angeboten haben, uns bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland zu unterstützen, möchten wir hierbleiben. Meine Angehörigen machen sich tatsächlich Gedanken: In Deutschland hieß es dass, wenn es in Afrika erst einmal mit Covid-19 richtig losginge (und das sei nur eine Frage der Zeit), dort das große Sterben stattfinden würde. Schließlich sei die medizinische Versorgung katastrophal. Diese Einschätzungen gehen nicht auf die Faktoren einer völlig anderen demografischen Situation und auf die möglicherweise andere immunologische Robustheit der afrikanischen Durchschnittsbevölkerung ein.

Unabhängig von solchen Feinheiten gehöre ich altersnumerisch bereits zur Risikogruppe, und meine Frau ist schwanger. Auch die Schwangerschaft stellt Corona-technisch ein zusätzliches Risiko dar.

Wir werden hier aber erst einmal in Ruhe abwarten. Meine persönlich größte Sorge gilt der bevorstehenden Geburt meiner  Tochter. In etwa fünf Wochen ist es soweit. Das Wichtigste ist, dass zu den Belastungen der Geburt nicht noch Covid-19 dazukommt. Darum sind wir sehr vorsichtig. Sehr, sehr vorsichtig.

Ich stecke den Kopf zur Türe und zur Straße hinaus. Alles scheint soweit wie immer. Bis auf eines vielleicht: Die Securities  vom Nachbarhaus haben Atemschutzmasken und Handschuhe an.  Auf einem Stuhl neben dem Eingang stehen ein Wasserkanister mit Hahn und Seife.