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Covid-19 Diary

Dienstag 31. März

31. März.  Die Bevölkerung in Benin muss die Covid-19 Maßnahmen erst noch akzeptieren. Bild Carabito Matthias Hoelkeskamp für maladie 2020
Als wäre nichts los. Tag 2 der beninischen Covid-19 Maßnahmen.
Corona Medienwelle

Die Corona-Informationen werden landesweit übers Fernsehen ausgestrahlt. Auf Youtube und Facebook machen lustige Versprecher die Runde: Corona Varios, Corolla Virus usw.. Egal, ob die Tonalität besorgt oder belustigt ist: Corona ist auch in den sozialen Medien das Thema Nummer Eins. Und ein Handy hat hier wirklich jeder – oder zumindest über Freunde und Verwandte Zugang dazu. An Tag Zwei der beninischen Covid-19 Maßnahmen verhalten sich die Beninerinnen und Beniner aber noch so, als wäre nichts los. Ganz so wie vor der Pandemie.

Regierungs-Website

Die beninische Regierung hat deswegen eine offizielle Webseite eingerichtet. Die Gesundheits-Administration bemüht sich, der Bevölkerung richtiges Verhalten in Form von Illustrationen und kurzen Texten beizubringen. Richtiges Niesen (in die Armbeuge) ist wichtig. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen (um den Virus unschädlich zu machen) ist fast noch wichtiger. Für den Krankheitsfall gibt es eine Notfallnummer. Vom Corona-Ausland eingereiste Personen (Ausländer und Beniner) sollen den Behörden zur gemeldet werden: Das ist patriotische Pflicht. Auch wenn es sich nicht schön anhört – das Virus ist nicht in Benin entstanden, sondern vom Ausland eingeschleppt worden.

Personentransport

Taxen, Mini- und Fernbusse dürfen jetzt nur noch eine begrenzte Anzahl von Personen mitnehmen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Wie sollen die drei fürs Taxi erlaubten Fahrgäste den vorgeschriebenen Mindestabstand von einem Meter zueinander einhalten? Keine Rückbank ist so lang, dass darauf zwei Fahrgäste und 1 Meter Sicherheitsabstand stattfinden können!

Post von der Deutschen Botschaft

Ich werfe den Rechner an:  Ah, die Botschaft hat auf meine Nachricht geantwortet. Die Antwort fällt der Sachlage geschuldet bescheiden aus:

„ … Sollten Sie sich hier nicht ausreichend geschützt fühlen oder aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Beatmungsgeräten im Land lieber nach Deutschland reisen wollen, nutzen Sie bitte die noch bestehenden kommerziellen Ausreisemöglichkeiten, z.B. mit Ethiopian Airlines oder AirFrance.“

Sorglosigkeit verbreitet

Beim Weg zum Strand komme ich an Grüppchen von Jugendlichen und an Verkaufsständen vorbei. Corona findet da wie gesagt noch nicht statt. Die Leute verhalten sich weitgehend sorglos. Ich muss zugeben, dass Maske zu tragen und einen weiten Bogen um jedes bekannte Gesicht zu machen auch für mich gewöhnungsbedürftig ist. Mir geht es da nicht anders als dem Beniner von der Straße: Auch ich muss die Covid-19 Maßnahmen erst noch akzeptieren.

Pandemie ausverkauft

Den restlichen Tag verbringe ich zuhause. Bei meinem deutschen Host melde ich die domain „maladie2020.com“ an. Die Domainnamen Pandemie2020 und Corona2020 sind leider schon weg. Da war wohl jemand schneller als ich.